Wie bei einigen anderen LEGO Ideas Sets habe ich auch bei „The Evolution of STEM“ lange überlegt, ob ich es den doch recht hohen Preis wirklich wert finde. Gefallen hat mir das Set nämlich von Anfang an. Letztendlich ist es dann doch bei uns eingezogen.

Konzept

Das Set basiert auf einem Entwurf aus einer LEGO Ideas Challenge. Der Fan-Designer konnte damit sowohl die Jury als auch die Community beim Voting überzeugen.

Wie bei LEGO Ideas üblich enthält die Anleitung viele Hintergrundinformationen – sowohl zum Fan-Designer als auch zum offiziellen Design-Team. Gerade bei diesem Set passt das besonders gut, weil sich auch das Modell selbst stark mit Wissenschaftsgeschichte und technischen Entwicklungen beschäftigt.

 

Die Figuren

Das Set enthält drei Minifiguren: Marie Curie, George Washington Carver und Sir Isaac Newton.

George Washington Carver war mir bis dahin tatsächlich kein Begriff. Über ihn habe ich beim Schreiben dieses Reviews einiges gelernt, weil ich natürlich erst einmal recherchiert habe.

Kleiner Einschub (und nein, das ist keine bezahlte Werbung): Beim Podcast „Siege der Medizin“ von der Apotheken Umschau gibt es eine sehr schöne Folge zu Marie Curie und auch eine zu Rosalind Franklin, die maßgeblich an der Entdeckung der DNA-Struktur beteiligt war.

George Washington Carver

 

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George Washington Carver war ein US-amerikanischer Agrarwissenschaftler. Er setzte sich besonders für nachhaltige Landwirtschaft ein und entwickelte Fruchtwechsel-Methoden, mit denen ausgelaugte Böden wieder fruchtbar wurden.

Er erforschte vielseitige Nutzungsmöglichkeiten von Pflanzen wie Erdnüssen und Süßkartoffeln. Sein Ziel war es, Wissenschaft praktisch und für möglichst viele Menschen zugänglich zu machen.

Marie Curie

 

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Marie Curie gilt als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der modernen Naturwissenschaften. Gemeinsam mit ihrem Mann Pierre entdeckte sie die Elemente Polonium und Radium und prägte den Begriff der Radioaktivität.

Sie war die erste Frau mit Nobelpreis und ist bis heute die einzige Person, die Nobelpreise in zwei unterschiedlichen naturwissenschaftlichen Disziplinen erhielt.

Isaac Newton

 

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Sir Isaac Newton legte wesentliche Grundlagen der klassischen Physik. Seine Gesetze zur Bewegung und Gravitation erklären bis heute viele grundlegende Naturphänomene.

Darüber hinaus beschäftigte er sich intensiv mit Licht, Mathematik und Optik. Viele seiner Erkenntnisse wirken heute selbstverständlich – gerade deshalb vergisst man leicht, wie revolutionär sie damals waren.

Der Aufbau

Im ersten Abschnitt werden die Grundlagen für die späteren technischen Funktionen gelegt. Die Umsetzung hat mich mal wieder fasziniert.

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unten

 

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In meinem Hinterkopf schwirrt immer noch eine Idee für den Adler aus meinem eigenen LEGO Ideas Projekt herum. Ich wollte ihn ursprünglich „echter“ fliegen lassen und bin daran bisher ziemlich gescheitert. Dieses Set hat mir allerdings wieder ein paar neue Ideen geliefert. Vielleicht wage ich irgendwann einen neuen Versuch bei einer überarbeiteten Version meiner Idee.

In den nächsten Bauabschnitten entstehen die Buchseiten und die DNA-Doppelhelix. Besonders gefallen haben mir dabei das versteckte Farbspektrum des Lichts und die Botschaft in Morsezeichen.

 Der Bau macht unheimlich Spaß und ist sehr abwechslungsreich. Dadurch dass so verschiedene Dinge gebaut werden, kommt an keiner Stelle Langeweile auf.

 

Details

Es gibt in diesem LEGO Ideas Set unglaublich viel zu entdecken. Nach und nach werden verschiedenste wissenschaftliche Errungenschaften und Referenzen ergänzt:

  • ein Wolkenkratzer mit Flugzeug
  • ein kleiner London-Bus als Anspielung auf den Fan-Designer
  • ein Kohlenstoff-Atom-Modell
  • Newtons Apfelbaum
  • ein Roboterarm
  • ein alter Macintosh-Computer
  • die goldene Voyager-Schallplatte
  • Spaceshuttle und Voyager-Sonde
  • eine überdimensionierte Hummel

Man schaut ständig irgendwo hin und entdeckt wieder ein neues Detail.

Besonders spannend fand ich außerdem, dass auch die erste LEGO Minifigur dargestellt wird. Die hatte damals tatsächlich noch keine Arme.

Unterhalb des Schreibtischs befindet sich außerdem ein Fossil, das ich spontan nicht genau zuordnen konnte. Die Form kam mir zwar aus Museen bekannt vor, aber Paläontologie war nie so ganz mein Spezialgebiet. Dinosauriernamen merke ich mir ungefähr so gut wie zufällige WLAN-Passwörter.

 

Bautechnik

Auch die Bautechniken haben mir ausgesprochen gut gefallen. Gerade beim Schreibtisch stecken einige clevere Lösungen drin.

Überhaupt merkt man dem Set an vielen Stellen an, dass hier versucht wurde, möglichst viele Ideen, Formen und wissenschaftliche Themen auf engem Raum unterzubringen, ohne dass das Modell komplett chaotisch wirkt.

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MOC-Perspektive

Gerade für eigene MOCs dürfte das Set interessant sein. Es enthält viele kleine Bauideen und ungewöhnliche Kombinationen, die sich gut weiterdenken lassen.

Vor allem die Mischung aus organischen Formen, technischen Elementen und kleinen Microscale-Details macht das Modell für mich als Teile- und Ideenquelle spannend.

Fototipp

Das Set lebt stark von seinen vielen kleinen Details. Deshalb funktionieren Fotos aus größerer Entfernung meiner Meinung nach schlechter als nahe Perspektiven.

Ich würde eher mit Ausschnitten arbeiten: die DNA-Helix, Newtons Apfelbaum oder der kleine Schreibtisch ergeben jeweils fast schon eigene Mini-Szenen.

 

Mein Eindruck

Nachdem ich das Set jetzt endlich gebaut habe, gefällt es mir tatsächlich noch besser als erwartet.

Ja, der Preis ist im Verhältnis zur Größe nicht gerade niedrig. Gleichzeitig steckt aber erstaunlich viel Inhalt in diesem Modell. Gerade wer sich für Wissenschaft, Technik oder Wissenschaftsgeschichte interessiert, dürfte hier ständig neue kleine Anspielungen entdecken.

Auch die Bautechniken sind spannend. Die Funktionen sind zwar nicht spektakulär, geben dem Set aber das gewisse Extra.

Ich bereue den Kauf jedenfalls nicht. Außerdem ist das Modell klein genug, dass ich vermutlich sogar noch einen schönen katzensicheren Platz dafür finden werde, an dem es länger stehen bleiben kann.

Das Set richtet sich meiner Meinung nach weniger an klassische Spielsetsammler und deutlich stärker an Erwachsene, die Freude an Wissenschaft, Geschichte oder ungewöhnlichen LEGO Displaymodellen haben.

 

 

 

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